Wozu diese Übungen?
Normalerweise ist ein Moment kaum da, bevor er schon weg ist.
Wir erleben die Gegenwart meist als Durchgangsstation –
als etwas, das wir schnell hinter uns lassen,
um zum Nächsten zu kommen.
Ich schreibe das nicht als jemand, der das überwunden hat.
Sondern als jemand, der immer noch übt, den Moment nicht zu verpassen.
Was sich durch diese Praxis verändern kann:
Der Moment hört auf, nur Durchgang zu sein.
Nicht weil er länger dauert.
Eine Sekunde bleibt eine Sekunde.
Sondern weil er mehr enthält,
als wir normalerweise wahrnehmen.
Ein Vergleich:
Wenn man ein Glas Wasser trinkt, ohne daran zu denken, ist es weg.
Wenn man beim Trinken wirklich da ist –
Temperatur, Gewicht,
das erste Schlucken –
ist dieselbe Sekunde eine ganz andere Erfahrung.
Nicht länger. Voller.
Das hat nichts mit Entschleunigung zu tun.
Es geht nicht darum, langsamer zu werden.
Es verändert sich etwas Subtileres:
wie der Geist Zeit wahrnimmt.
Nicht als Kette von Momenten, durch die man hindurcheilt,
sondern als etwas, das man tatsächlich berühren kann.
Jetzt. In diesem Moment.